Triathlon Borken - Presse / Rückblick

Borkener Triathlon 2017: "Nix mit still und starr ruht der See"
Dreikämpfer erobern das Areal im und rund um den Pröbstingsee/Mareen Hufe setzt ihren Triumphzug über die Kurzdistanz fort
 

BORKEN.Weiße Gischt spritzt auf als sich die Unerschrockenen ins Wasser des Pröbstingsees stürzen. Kurz danach glätten sich die Wogen, und die bunten Badekappen verschwinden Richtung Wendebojen, um sich anschließend wieder dem Ufer zu nähern.

Zweimal mussten diese Markierungen beim Borkener Kurztriathlon umschwommen werden – unter den wachsamen Augen von DLRG-Mitgliedern, die mit Booten die Schwimmer begleiteten. Ein spektakulärer Start zu einem ambitionierten sportlichen Wettkampf. Vielleicht veranlasste gerade diese Szene den Ehrenvorsitzenden des Stadtsportverbands, Franz Müller, zu der Äußerung: „Ich bin immer wieder begeistert vom Triathlon hier am Pröbstingsee. Es würde mir etwas fehlen, wenn der nicht mehr stattfände.“

Borkener Triathlon 2017 - Foto: Borkener Zeitung


Schon im Vorfeld der 32. Auflage waren die beiden Disziplinen Volkstriathlon (300 Meter Schwimmen, 15 Kilometer Radfahren, 3,5 Kilometer Laufen) und Kurztriathlon (600 Meter/28 Kilometer/7,5 Kilometer) ausgebucht. Und Cheforganisatorin Mecki Greven stellte fest, „dass auch immer wieder Fremde da sind, die die Veranstaltung in Borken gern für den Eintritt in den Triathlonsport nutzen wollen“.

Greven war die zentrale Schaltstelle und Ansprechpartnerin in allen Belangen. Dabei wusste sie, dass sie sich auf ihre fleißigen Helfer auch diesmal verlassen konnte – von der Ausgabe der Startnummern über die Streckenposten und Verpflegungsstelle bis hin zu der korrekten Zeiterfassung. So saß Siggi Wölfel am Rechner und trug die entsprechenden Zeiten ein, um sie kurz darauf online zu setzen. „Ich mache das nun schon seit elf Jahren. Und bisher ist noch nie eine Reklamation gekommen“, sagt er nicht ohne Stolz.

Für die meisten Teilnehmer ist das „Finishen“ das oberste Ziel. Dass es aber auch ein Kampf gegen die Zeit und die Nebenleute war, beweisen die Ergebnisse.
Bei den Männern setzte sich über die Volkstriathlon-Strecke Andre Winkelhorst von Westfalia Epe in 45:40 Minuten durch. Ihm folgten der Bocholter Marco Jotzo in 46:21 Minuten und Schwimmspezialist Dieter Späker von Adler Weseke in 47:41 Minuten.

Gerade aus dem Urlaub zurückgekehrt siegte in der Konkurrenz der Frauen Helena Garvert vom FC Marbeck in 55:44 Minuten vor Claudia Eich-Lammering von den Sportfreunden Nordvelen in 56:29 Minuten und Agnes Hölter von der SG Borken, die nach 56:34 Minuten im Ziel war.
 


Vom kräftigen Regenschauer bei ihrem Start ließen sich die Triathleten über die ambitioniertere Kurzdistanz nicht beeindrucken. Hier überquerte nach einem großen Kampf der Nordhorner Klaus Eckstein als Erster nach 1:20:20 Stunden die Ziellinie – vor dem Essener Christoph Müller (1:20:56 Stunden) und Klaus Nissing aus Kevelaer (1:22:29 Stunden).
 


Mareen Hufe aus Voerde gewann einmal mehr bei den Frauen. Ihre Siegerzeit: 1:26:09 Stunden. Auf Platz zwei folgte Judith Börmann aus Kirchhellen in 1:36:36 Stunden, Dritte wurde die Essener Stefanie Borchers nach 1:37:21 Stunden. Entsprechend glücklich war die Siegerin über ihren erneuten Triumph am Pröbstingsee: „Ich habe vor zehn Jahren mit dem Triathlon angefangen. Da wurde ich Zweite. Seitdem habe ich hier immer gewonnen.“

Bei der Siegerehrung, die von der Hauptorganisatorin und Sabine Heinisch von der Sparkasse Westmünsterland durchgeführt wurde, gab’s für die ersten fünf Frauen und Männer einen Rucksack sowie einen Gutschein des Werbekreises.
 

Borkener Triathlon 2017 - Foto: Borkener Zeitung

 

 


Ein Triumph der speziellen Art

Petra Nollenberg läuft mit Bein-Prothese – und besiegt sich selbst

 

BORKEN. Dass der Sport ganz besondere Geschichten schreibt, ist bekannt. So auch beim Borkener Triathlon. Denn auf der Starterliste stand mit der Nummer 180 der Name einer Frau, der im Alter von 17 Jahren nach einem Verkehrsunfall ein Bein amputiert werden musste.

Für die gebürtige Borkenerin Petra Nollenberg war das Ergebnis zweitrangig. Sie finishte. Das war entscheidend. Und das unter dem anerkennenden Applaus der Zuschauer. „Ich bin einfach nur glücklich, dass ich es geschafft habe“, war Nollenberg sichtlich berührt von ihrer Leistung. Und es dauerte nicht lange, da war sie umringt von Gratulanten. Unter ihnen Moderator Volker Greven der ihr versicherte: „Es erfüllt uns alle mit großem Stolz, dass du hier gestartet bist.“

Mit Gehhilfen begab sich Nollenberg ins Wasser des Pröbstingsees, um die 300 Meter zu schwimmen, bevor sie zum Radfahren auf eine „normale“ Prothese zurückgriff. Schließlich ging es danach in der Wechselzone mit einer Sportprothese weiter zum Laufen. „Ich bin eine Spätblüherin“, sagt die Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche, die in Spiegelau in Süddeutschland wohnt und arbeitet.
 

Seit 35 Jahren lebt sie mit ihrer körperlichen Beeinträchtigung. Da nämlich erlitt sie in Borken bei einem Verkehrsunfall diese schlimme Verletzung, die viele Menschen zerbrechen lassen würde. Sie aber kämpfte. Und wie. Erst im Mai dieses Jahres begann sie mit dem Lauf mit der Rennprothese und meldete sich nun in Borken zu ihrem ersten Triathlon an. „Ihr seid alle so nett zu mir“, war sie begeistert von der Herzlichkeit der Zuschauer und Mitstarter. Und man darf sich sicher sein, dass das nicht ihr letzter Auftritt am Pröbstingsee war.


Text & Fotos: Borkener Zeitung, Lokal Sport vom 21.08.2017 (
Friedhelm Triphaus
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